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GUTES GESPÜR

Die Gewerbe- und Industrieberatungsgesellschaft Hahm-Brieger & Co. GmbH ist ein traditionsreicher Spezialist für Gewerbeimmobilien.

Von THOMAS JOPPIG (Text und Bild)

Die Internetpräsenz ist schlicht – genauso wie der Firmenstandort in einem Bürogebäude in der Nähe der Universität. Auffallen – das ist für Henrik K. Hahm, den Gründer der Hahm-Brieger & Co. GmbH, nicht wichtig, solange der Name seiner Firma den Kunden zur rechten Zeit einfällt. Und der dürfte vielen Unternehmern schon in zweiter oder dritter Generation bekannt sein. Schließlich ist die Firma Hahm-Brieger & Co. GmbH mit 61 Jahren so alt wie die Bundesrepublik. In der Arbeit ihres Gründers spiegelt sich zugleich ein Stück bremischer Wirtschaftsgeschichte. Der gebürtige Berliner zog 1949 nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Heidelberg nach Bremen.

 

Die Hansestadt wurde für ihn zum Sprungbrett in die Selbstständigkeit. Zunächst im- und exportierte er Waren aller Art und war Vertreter überseeischer Wollproduzenten. Doch schon bald verlagerte sich das Geschäft zunehmend auf die Entwicklung, Vermittlung und Begutachtung von Immobilien für Gewerbe und Industrie. Zu diesem Zwecke wurde Hahm-Brieger & Co. auch eine Repräsentanz der Deutschen Hypothekenbank Frankfurt/Berlin. Während des Borgward-Konkurses war Henrik K. Hahm als Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung tätig. Ideen für den Verkauf und die weitere Nutzung der nunmehr brachliegenden Gewerbe- und Industriegrundstücke des Autobauers waren damals, Anfang der 60er Jahre, gefragt. „Diese Aufgabe war lehrreich für mich“, sagt Hahm.

 

Es geht nicht nur ums Makeln: Die Beratung ist wichtig

Als bloße Makler für Vermietung und Verkauf von Hallen und Büroflächen verstehen sich der Firmenchef und seine sechs Mitarbeiter in Bremen und Berlin nicht. „Wir vermitteln unseren Kunden beispielsweise nicht einfach nur ein Baugrundstück. Wir beraten ihn auch hinsichtlich der gewerblichen Nutzung, der Verkehrsanbindung und möglicher Altlasten“, sagt der Firmengründer, der bis heute im Geschäft aktiv ist. Ein gutes Gespür für die Bedürfnisse und Interessen des Kunden ist bei der Planung solcher Projekte nötig. Dass er auf dem Weg dorthin diplomatisch vorgeht, bescheinigt ihm ein Orden, den ihm die Stadt Langenhagen in den 70er Jahren verlieh. „Für eisbrecherische Verdienste“, ist darauf zu lesen. „Ich konnte damals zwei Grundstückseigentümer gewinnen, ihre Immobilien zu verkaufen, damit die Stadt Langenhagen Flächen für die Stadtkernentwicklung bekam. Unter anderem wurden dort das Rathaus und ein Altenstift gebaut. Der Stadtkämmerer hatte es zuvor lange vergeblich versucht, die Beiden zum Verkauf zu bewegen“, erinnert sich Hahm.

 

STANDORT BREMEN

Einen langen Atem brauchen er und seine Mitarbeiter bei vielen der oft komplexen Projekte ohnehin. Zahlreiche bekannte Unternehmen und Standorte dienen der Firma als Referenzen. Für den Reifenhersteller Continental restrukturierte Hahm-Brieger & Co. Die deutschen Bertriebsnieder-lassungen und verkaufte eine Reifenfabrik in Barcelona. Für den Neubau der Commerzbank AG in Bremen vermittelte das Unternehmen Grundstücke, und für die Deutsche Bahn wickelten Hahm und seine Mitarbeiter unter anderem den Verkauf des Vegesacker Bahnhofs an die Stadt Bremen ab. Auch traditionsreiche Bremer Unternehmen gehören zu den Kunden: Für die Bremer Wollkämmerei erstellte die Firma ein Konzept für die Verwertung frei gewordener Flächen, für die Bremer Gold-schlägerei (BEGO) entwickelte sie den jetzigen Firmenstandort im Technologiepark an der Universität.

 

Viel Know-how für die Revitalisierung von Industrieflächen

Die Revitalisierung und der Verkauf brachliegender Industrieflächen bilden einen weiteren Tätigkeitsbereich von Hahm-Brieger & Co. Im Auftrag von Mobil Oil (später Exxon Mobil) verkaufte die Firma Flächen des ehemaligen Großtanklagers an der Hüttenstraße, am Kohlenhafen hauchte sie dem einstigen Grundstück der Gebr. Röchling KG neues Leben ein. Auch die Aufteilung und der Verkauf des Atlas Copco Werkes in Bremen und der Verkauf der Bremerhavener Auto-Becker–Immobilie für die SEB AG in Hamburg gehören zu den großen Projekten von Hahm-Brieger & Co. Doch das Unternehmen ist nicht nur im Norden aktiv. In Berlin unterhält die Firma eine Repräsentanz und entwickelt unter anderem Gewerbeflächen in der Nähe des Flughafens Schönefeld. „Wir sind eben sehr spezialisiert auf Gewerbeimmobilien“, sagt Hahm. „Und wir bekommen unsere Aufträge nicht durch große Werbung, sondern weil uns viele Unternehmer seit Jahren kennen.“

 

■ 24 | Wirtschaft in Bremen 3.2010

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